Superfood – Top und Flop

Superfood. Fruits in wooden box

Ein hoher Nährstoffgehalt, oft sehr lange haltbar und teils dann sogar noch sehr lecker: Superfoods erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Hier finden sie auf einen Blick die besten Produkte und alles, was es über sie zu wissen gibt. Ihnen ist der Begriff „Superfood“ nicht geläufig? Dann bringt sie der nächste Abschnitt zunächst einmal auf den neuesten Stand. Die Superfood Top-Produkte finden sie ein Stück weiter unten. Auch einige fälschlicherweise als Superfood bezeichnete Produkte nehmen wir uns im Rahmen dieses Artikels vor und decken Falschbehauptungen auf.

Was sind Superfoods?

Neben dem besonders hohen Nährstoffgehalt haben Superfoods oftmals noch eine andere Sache gemeinsam: Dass hinter ihnen eine Geschichte steckt, die Menschen auf emotionaler Ebene anspricht. Sei es nun ein abgeschieden lebender Indianerstamm, der eine nur im tiefsten Dschungel wachsende Pflanze als zentrales Nahrungselement verwendet und dadurch kaum an Krebs leidet oder eine Beere bei regelmäßigem Konsum Krebs vorbeugen soll… Das Marketing greift oft ganz tief in die Trickkiste. An derlei Behauptungen ist aber leider im Regelfalle nicht wirklich etwas Wahres dran und wenn, dann wird der wahre Kern aufgebauscht und maßlos übertrieben. Die Industrie gibt hier dem Wunsch der Kunden nach gesunder Ernährung nach. Das Label „Superfood“ soll eine Art Wundermittel suggerieren, das die Ernährung im Alleingang gesund machen kann. Dass dies utopische Wunschvorstellungen sind, die dem menschlichen Hang zu Sensationen Rechnung tragen, versteht sich von selbst. Ein weiteres Problem: Die exotische Herkunft mancher Superfoods. Durch die langen Transportwege sind sie nicht frisch erhältlich, sondern müssen vor dem Verschiffen präpariert werden. Das kann ein Trocknen sein, in Einlegen oder ein Einfrieren. Auch die Verarbeitung zu Pulpe, einer breiigen Masse, ist sehr üblich. Wie viele Nährstoffe dabei wirklich übrig bleiben, das ist für den Kunden nicht wirklich nachzuvollziehen. Sind Superfoods also nur Lug und Trug?

Nein, sind sie nicht. Denn der erhöhte Gehalt an Nährstoffen ist in den meisten Fällen ein nachgewiesener Fakt. Sie sind damit sehr gut als Teil einer ausgewogenen Ernährung geeignet. Dabei können sie aber eben nur EIN Teil einer gesunden Lebensweise sein. Kein Lebensmittel kann für sich alleine Wunder vollbringen. Man kann mit Superfoods entsprechend sehr gut den Bedarf an einzelnen Nährstoffen decken, wozu sie besser geeignet sind als andere Lebensmittel. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass zu hohe Dosierungen gewisser Inhaltsstoffe auch schädlich sein können.
Mit einer angepassten Erwartungshaltung sind Superfoods daher sehr nützlich und ein gutes Werkzeug beim Erreichen eines gesunden Lebensstils, müssen aber mit Bedacht eingesetzt werden.

In unserer Auflistung der Superfood-Top-Produkte werden wir daher auch immer auf die genauen Inhaltsstoffe und den zugehörigen Tagesbedarf eingehen, sofern bei diesem Besonderheiten zu bedenken sind.

Die Superfood Top-Produkte

In unserer Sammlung von Top-Produkten finden sie die besten Superfoods, zusammen mit Zubereitungsbeispielen und Tipps zur richtigen Verzehrmenge. Darüber hinaus klären wir die gängigsten Mythen über die vorgestellten Superfoods und klären ihren Ursprung.

Platz 1 – Kakaosamen

Ungeröstete Kakaosamen sind reich an Theobromin, Dopamin und Anandamiden. Theobromin ist dabei in seiner Wirkung Koffein sehr ähnlich und wirkt anregend, ist allerdings weniger stark in der Wirkung. Es ist ansonsten auch beispielsweise in Tee vorhanden, speziell im Mate-Tee in besonders hoher Konzentration. Durch den Konsum von Kakaobohnen ist eine Überdosierung von Theobromin kaum möglich. Erst bei übermäßigem Konsum über mehrere Tage hinweg kann es zu Nebenwirkungen wie etwa Augenflimmern und Kopfschmerzen kommen. Dafür müsste man allerdings mehrere Kilogramm täglich konsumieren, was sich in der Praxis schwierig gestalten sollte. Der zweite Inhaltsstoff Dopamin, weithin bekannt als Glückshormon, wirkt entgegen landläufiger Meinung primär positiv auf die Motivation und ist ein gutes Mittel zur Antriebssteigerung. Die entstehenden Glücksgefühle sind also eher ein Nebenprodukt der eigentlichen Wirkung. Eine Überdosierung ist beim Konsum von Kakaobohnen nicht zu erwarten. Als letztes wollen wir noch ein paar Worte zu Anandamiden verlieren. Diese wirken entfernt ähnlich wie THC, aber deutlich weniger stark, erzeugt also Glückgefühle.
Zusammengefasst regen Kakaobohnen also an, erhöhen die Motivation und setzen zudem noch Glückshormone frei. Eine sehr interessante Wahl also, wenn man auf der Suche nach einem Superfood ist. Beachten sie aber, dass die Kakaobohnen nicht geröstet sein dürfen, wenn sie von der vollen Wirkung profitieren wollen.

Unser Rezepttipp: Verarbeiten sie die Kakaobohnen zu Pulver und lösen sie es in warmer Mandelmilch auf.

Quellen:
http://www.huffingtonpost.de/petra-balzer/10-superfoods-mit-denen-s_b_4642692.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Kakao

Platz 2 – Moringa

Der aus Indien stammende „Baum des Lebens“ soll laut der ayurvedischer Lehre vorbeugend gegen fast 300 Krankheiten wirken. Die Ayurveda ist jedoch stark mythologisch verklärt und hat trotz einiger zutreffender Behauptungen viele wissenschaftlich nicht haltbare Elemente.
Im Falle von Moringa hat die Sache jedoch einen wahren Kern, denn die Pflanze ist wirklich reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Wir müssen sie jedoch klar davor warnen, Konzentrate oder Pillen mit Moringa-Konzentrat aus Indien zu kaufen. Wegen der unzureichenden Kontrollen dort sind derartige Produkte sehr oft mit Schwermetallen und anderen giftigen Stoffen belastet, die ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Im Idealfall sollten sie die Blätter unverarbeitet und aus einem Land mit ausreichenden Kontrollen kaufen.

Wenn sie zu einem Pulver greifen sollten, achten sie auf eine vorsichtige Dosierung, da der hohe ORAC-Wert (Erklärung weiter unten) bei zu starkem Konsum schädliche Auswirkungen haben kann.

Bei der Zubereitung empfehlen wir zwei besonders schmackhafte Optionen:

  1. Mischen sie etwas Moringa-Pulver in ihr liebstes Kartoffelsuppen-Rezept. Die feine Note von Moringa ergibt zusammen mit dem starken Eigengeschmack der Kartoffeln einen besonderen Geschmack.
  2. Mischen sie Moringa-Blätter, Pulver oder Öl mit ins Salatdressing. Das gibt der Sache nicht nur geschmacklich den gewissen Kick und macht sie fit für den restlichen Tag. Am besten passt Moringa dabei zu einem Kräuterdressing.

Quellen:
http://www.mnn.com/food/healthy-eating/stories/is-the-moringa-miracle-tree-the-next-big-superfood
http://de.wikipedia.org/wiki/Moringa

Platz 3 – Kombucha

Kombucha enthält viel Milchsäure und Eisen, was gesund für die Darmflora ist. Kombucha wird aus dem Kombuchapilz (auch Teepilz genannt) gewonnen, der fermentiert und gesüßt als Getränk verkauft wird. In der Alternativmedizin werden Kombucha diverse besondere Eigenschaften zugeschrieben, von denen allerdings keine bisher nachgewiesen werden konnte. Über die positiven Auswirkungen auf die Darmflora hinaus sollte also keine Wirkung erwartet werden.

Es gilt weiterhin zu beachten, dass industriell hergestellter Kombucha nicht mehr viel mit traditionell hergestelltem Kombucha zu tun hat, da hier der Gärungsprozess unterbrochen, Sirup hinzugefügt und das Kombucha sterilisiert wird.

Kombucha kann pur getrunken werden, mehr als ein Glas sollte man pro Tag aber nicht zu sich nehmen, wenn man eine Überdosierung vermeiden möchte.

Quellen:
http://www.revivewellness.ca/digestion-and-super-food-kombucha/
http://de.wikipedia.org/wiki/Kombucha

Platz 4 – Quinoa

Wer einen ordentlichen Energieschub braucht, der findet ihn bei Quinoa, umgangssprachlich auch oft Inkakorn genannt. Es enthält viel Eiweiß und Kohlenhydrate, gut ergänzt durch Magnesium und Mangan. 2013 wurde gar zum Jahr der Quinoa ernannt, da die Pflanze wegen ihrem hohen Nährstoffgehalt bei der Bewältigung des Welthungerproblems helfen soll. Denn auch wenn wir in diesem Artikel in erster Linie von den Quinoa-Samen reden, lassen sich auch die Blätter zu Salat verarbeiten.

Durch das Eiweiß und die Kohlenhydrate bekommt der Körper genügend Brennstoff für mehrere Stunden. Das Magnesium wirkt gleichzeitig nervenberuhigend und beugt Krämpfen vor. Die absolut ideale Mischung für Sportler, die sich etwas mehr vorgenommen haben.

Die Zubereitung ist einfach: Garen sie das Quinoa 10 Minuten lang in Salzwasser und lassen sie es dann solange stehen, bis es ausgequollen ist. Für einen besseren Geschmack können sie das Inkakorn auch mit normalem Müsli mischen. Mehr als 90 Gramm am Tag sollten jedoch nicht gegessen werden, wenn man Wert auf eine ausgewogene Ernährung legt.

Wenn sie eine Glutenunverträglichkeit haben, lässt sich Quinoa auch als vollwertiger Getreideersatz nutzen.

Quellen:
http://www.myrecipes.com/healthy-diet/super-foods/health-benefits-of-quinoa
http://de.wikipedia.org/wiki/Quinoa

Platz 5 – Camu Camu

Der Camu Camu Strauch (Myrciaria dubia) gehört zur Familie der Myrtengewächse und ist primär im Amazonas heimisch. Die Pflanzen werden bis zu 6 Meter hoch und tragen von Dezember an bis in den April hinein rote Früchte. Die einzelnen Früchte wiegen zwischen 6 und 14 Gramm, haben  2 Kerne und werden etwa 3 cm groß. Für eine einzelne  Pflanze ergibt das bis zu 12 kg Erntegewicht.
Camu Camu zeichnet sich durch einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C aus, der 40 Mal größer ist als zum Beispiel bei Orangen. Darüber hinaus ist auch viel Eisen enthalten.

Die Beschaffung der Frucht kann sich in Deutschland schwierig gestalten, meistens wird man nur Pulver als Nahrungsergänzungsmittel finden. Das geht zu großen Teilen auf die geringe Produktion zurück, da die Kultivierungsprojekte in Südamerika die stetig wachsende Nachfrage nicht decken können. Da es in z.B. Japan deutlich mehr Interessenten gibt, wird dieser Markt logischerweise zuerst bedient und der deutlich kleinere Markt Europa hat das Nachsehen. Raubbau ist dabei auch ein wachsendes Problem, das auf diese Lieferengpässe zurückgeht. Sie sollten beim Kauf von Camu Camu also nach Möglichkeit darauf achten, dass sie einen Anbieter wählen, der nicht auf Raubbau zurückgreift.

Unser Zubereitungstipp: Einen Teelöffel Camu Camu und einen Teelöffel Zitronensaft in ungefähr 150 ml Wasser auflösen. Wenn sie es schaffen frische Camu Camu aufzutreiben, achten sie bitte darauf, dass die Frucht 2 Kerne enthält.

Quellen:
http://www.huffingtonpost.ca/2013/07/25/camu-camu-benefits-_n_3644392.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Camu-Camu

Platz 6 – Ashwagandha

Auch beim Ashwagandha reden wir von einem Element der Ayurveda. Es handelt sich hier um eine krautige Pflanze, die bis zu 1,5 Meter groß wird und deren Beeren und Wurzeln verarbeitet werden können. Das Mittel soll bei Impotenz, gegen Entzündungen und bei Schlaflosigkeit helfen.

Zumindest als Einschlafhilfe ist Ashwagandha auch durchaus zu gebrauchen, denn es hat eine beruhigende Wirkung, die sehr gut helfen kann. Ashwagandha ist jedoch nicht unumstritten. Es ist in Deutschland zwar als Lebensmittel zugelassen, aber zum Beispiel das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt eine Klassifizierung nach VO1925/2006/EG, Anhang III, Liste C. Dadurch ist die Sicherheit des Mittels nicht eindeutig belegt.
Umgekehrt konnten jedoch auch noch keine echten schädlichen Nebenwirkungen festgestellt werden. Wenn es negative Auswirkungen durch den Konsum von Ashwagandha gibt, dann werden sie also wahrscheinlich nicht gravierend sein. Einem gelegentlichen Konsum bei Schlafproblemen steht aus unserer Sicht nichts im Wege, konventionelle Schlafmittel haben schließlich auch Nebenwirkungen.

Quellen:
http://fitlife.tv/the-top-10-reasons-why-you-should-be-using-ashwagandha-original/
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafbeere

Platz 7 – Mandelmus

Im Zuge der veganen Bewegung hat Mandelmus wieder eine enorme Popularität erlangt. Und das zu Recht. Denn es hat einen sehr hohen Proteingehalt und ist vielseitig einsetzbar. Man muss dabei zwischen zwei Arten Mandelmus unterscheiden: braunes und weißes Mandelmus. Bei der dunklen Variante werden die Mandeln vor der Verarbeitung nicht geschält, aber geröstet. Die helle Variante wird aus geschälten, ungerösteten Mandeln hergestellt. Das weiße Mandelmus ist durch das Wegfallen der Röstung reiner und für manche Menschen besser verträglich, braunes Mandelmus schmeckt aber deutlich kräftiger. Das Mandelmus besteht dabei im Regelfall zu 100% aus Mandeln, ohne Zusatzstoffe.

Mit 30-60 Gramm Mandelmus pro Tag lässt sich das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen merklich senken. Auch eine gewisse Schutzwirkung vor Diabetes und eine Verbesserung der Knochendichte wurden nachgewiesen. Sie dürfen jedoch nicht davon ausgehen, dass Mandelmus ein Schlankmacher ist. Mineralstoffe, Eiweiß und Ballaststoffe sind zwar wertvoll für den Körper, aber 100 Gramm Mandelmus enthalten ganze 59 Gramm Fett. Da zusätzlich noch viel Magnesium und Calcium enthalten sind, Mineralstoffe die besonders gut gemeinsam aufgenommen werden können, ist Mandelmus aber trotzdem sehr gut für eine ausgewogene Ernährung geeignet.

Ein paar kleine Zubereitungstipps von uns: Nehmen sie es pur als Brotaufstrich oder machen sie sich eine leckere Mandelmilch. Auch sehr lecker ist ein veganer Mozzarella, der auf Mandelmilchbasis hergestellt wurde, klassisch kombiniert mit ein paar Tomaten und abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer. Die besondere Note vom Mandelmus erzeugt eine ganz andere Geschmackskomposition als klassischer Mozzarella.

Quellen:
http://www.mandelmus.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Panna_cotta

Platz 8 – Kokoswasser

Der Trend hin zu Kokoswasser ist im Moment stark im Kommen. Madonna soll Millionen von Dollar in einen Hersteller investiert haben, Rihanna und Sienna Miller tragen oft eine Flasche mit sich herum und die Klatschmagazine der Welt haben das Thema auch sehr liebgewonnen. Aber ist am Hype wirklich etwas dran?

Das kommt ganz darauf an, auf welche Behauptung man sich bezieht. Die oft angepriesene Wirkung als Schlankmacher ist zum Beispiel nur ein Gerücht. Nur wenn man das Kokoswasser als Ersatz für zuckerhaltige Getränke verwendet, kann eine positive Wirkung in dieser Hinsicht beobachtet werden. Das liegt aber weniger an der besonderen schlankmachenden Wirkung des Kokoswassers und vielmehr an der katastrophalen Zuckerdichte von Limonaden und Ähnlichem.
Die bei Superfoods schon beinahe obligatorische Wirkung gegen Krebs wird natürlich auch beim Kokoswasser in den Raum gestellt, wie so oft ist das aber auch hier nur heiße Luft.

Ist Kokoswasser also ein Blender und in Wirklichkeit kein Superfood? Das Gegenteil ist der Fall, denn als Sportdrink ist Kokoswasser sehr gut geeignet. Der Mineralstoffgehalt ist besonders in Bezug auf Kalium besonders hoch. Wenn sie eine natürliche Alternative zu isotonischen Sportdrinks suchen, dann können sie also bedenkenlos zugreifen. Nur bei wirklich langen Trainingssessions reicht Kokoswasser hier nicht mehr aus, das sollte für den Normalverbraucher aber nicht von Relevanz sein.

Quellen:
http://www.fitforfun.de/abnehmen/gesund-essen/kokoswasser-was-steckt-hinter-dem-hype_aid_12739.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Kokoswasser

Platz 9 – Spirulina

Der Spirulina-Alge werden diverse positive Effekte unterstellt. Sie soll ein großartiger Eiweiß- und Vitaminlieferant sein, bei Diabetes Erleichterung verschaffen, gegen Krebs und Allergien wirksam sein und sogar gegen das Eppstein-Barr-Virus helfen. Das klingt zunächst einmal sehr beeindruckend, doch stimmen all diese Behauptungen? Oder ist alles frei erfunden?

Die Eigenschaften als Eiweiß- und Vitaminlieferant sind leider nicht mehr als eine schamlose Übertreibung. Der Nährstoffgehalt der Spirulina ist selbst konzentriert in Pillenform so gering, dass sich keine messbaren Effekte durch die Einnahme feststellen lassen. Auch eine Wirksamkeit bei Diabetes liegt leider nicht vor, entsprechende Behauptungen wurden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sogar als irreführende Werbung eingeordnet. Spirulina dürfen also nicht mehr mit dieser angeblichen Wirkung beworben werden.
Gegen Krebs kann die Alge auch nichts ausrichten, so schade das auch sein mag. Wer derartige Wirkungsweisen der Spirulina anpreist, der versucht sich aktiv an der Verzweiflung der Krebskranken zu bereichern. Eine Praxis, die wir aufs schärfste verurteilen und die wir daher auch nicht unterstützen werden.

Ist die Spirulina also doch kein Superfood? In gewisser Weise ist sie das schon. Denn die Wirksamkeit bei Allergien ließ sich in klinischen Doppelblind-Studien mit Kontrollgruppe nachweisen. Es ließen sich eine Verringerung der Sekretmenge, ein weniger häufiges Niesen und ein Abschwellen der Schleimhäute feststellen. Selbst der Juckreiz ging nachweislich zurück. Die Verträglichkeit war dabei deutlich besser als bei anderen Mitteln, die sich am Markt befinden. Wenn sie von Allergien geplagt sind, lohnt sich also durchaus ein Versuch mit Spirulina.
Auch für die Wirksamkeit gegen den Eppstein-Barr-Virus gibt es erste Indizien aus verschiedenen wissenschaftlichen Studien, für eine endgültige Beurteilung liegen hier aber noch nicht genügend Informationen vor. Die Spirulina sollte also nur unterstützend und nicht alleinig zur Behandlung eingenommen werden.

In Europa ist es am einfachsten Spirulina in Pillenform ergänzend zum Essen einzunehmen. Wenn sie die Alge unverarbeitet auftreiben können, empfiehlt sich auch die Verarbeitung in einem green smoothie.

Quellen:
http://www.mindbodygreen.com/0-15000/5-reasons-spirulina-is-the-next-big-superfood.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Spirulina

Platz 10 – Leinsamen

Unter Leinsamen versteht man die Samen des Flachses, auch Gemeiner Lein oder Linum usitatissimum genannt. Es gibt sowohl helle, gelbliche als auch dunkle, braune Samen, die sich aber was Inhaltsstoffe und Geschmack angeht kaum unterscheiden.
Das aus ihnen gewonnene Öl hat einen rekordverdächtigen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Kaum ein anderes Pflanzenöl erreicht ähnlich hohe Werte in diesem Bereich. Darüber hinaus sind in Leinsamen Linamarin, Lecithin, Eiweiße, Schleimstoffe und diverse Vitamine in geringer Konzentration.

Eines der Anwendungsgebiete für Leinsamen sind Verstopfungen. Sie wirken als natürliches Abführmittel. Um eine bestmögliche Wirksamkeit zu erzielen, muss man die Samen zunächst schroten und anschließend zu Mehl verarbeiten. (Oder natürlich direkt Leinsamenmehl fertig kaufen) Das Mehl muss im Anschluss in Wasser gegeben werden, sodass eine schleimige Masse entsteht, der Leinsamenschleim. Dieser erweicht im Magen die Kotmasse und führt eine Volumenzunahme herbei, die den Entleerungsreflex auslösen und so die Verstopfung lösen.
Leinsamenschleim lässt sich auch als Rollkur bei Gastritis nutzen, um die Magenschleimhaut zu schützen.

Wichtig zu erwähnen ist aber das Folgende: Nicht erhitzter Leinsamen durchwandert den Darm, ohne dabei verdaut zu werden. Die Inhaltsstoffe können also beim klassischen Leinsamenschleim nicht aufgenommen werden, außer man kocht ihn zum Beispiel.
Eine weitere Warnung wollen wir an dieser Stelle für alle Schwangeren ausrichten: Es gibt einige Hinweise darauf, dass ein vermehrtes Essen von Leinsamen die Gefahr einer Frühgeburt erhöhen kann. Dies wurde zwar noch nicht endgültig nachgewiesen, aber trotzdem empfehlen wir hier auf Nummer sicher zu gehen.

Quellen:
http://www.eat-clean.de/superfood-leinsamen/
http://de.wikipedia.org/wiki/Leinsamen

Platz 11 – Chiasamen

Hinter den Chiasamen steckt wie so oft eine sehr romantische Geschichte: Ureinwohner in Nordamerika nutzen die Samen bereits seit Jahrhunderten als Verdickungsmitteln und zur Herstellung von Soßen. Sie sollen ein Schlankmacher sein und bereits ab einem Teelöffel täglich wirken. Das klingt zunächst einmal absurd und letztendlich ist auch nichts an diesen Behauptungen wahr.

Doch trotzdem sind Chiasamen durchaus ein Superfood, das in seiner Wirkung vergleichbar ist mit Leinensamen. Bei Verstopfungen kann ein Brei aus Chiasamen also sehr gut Abhilfe schaffen und haben unter Hitze verarbeitet einen recht ordentlichen Nährwert.

Quellen:
http://eatsmarter.de/ernaehrung/news/chia-samen
http://de.wikipedia.org/wiki/Mexikanische_Chia

Platz 12 – Açai-Beeren

Sie gelten als eines der effektivsten Lebensmittel der Welt, die Acai-Beeren. Sie wachsen an der sogenannten Kohlpalme, der Euterpe oleracea, die ursprünglich aus Südamerika stammt, aber mittlerweile auch in Deutschland angebaut wird. Die Palme wächst mehrstämmig mit bis zu 25 Einzelstämmen und wird bis zu 20 Meter hoch. Durch diese Charakteristika lässt sich auf einer relativ kleinen Fläche sehr effektiv wirtschaften. Ein netter Nebeneffekt: Neben den Beeren lassen sich auch die Palmherzen essen.

Sie sind reich an Vitaminen, Anthocyanen und Phytosterinen. Damit haben sie durchaus die Auszeichnung als Superfood verdient, wenn sie auch weniger aus der Masse herausstechen als andere Kandidaten.

Quellen:
http://www.superfoods-abc.de/acai-beere
http://de.wikipedia.org/wiki/Euterpe_oleracea

Platz 13 – Agavensirup

Das Agavensirup, auch Agavendicksaft genannt, dient als vielseitiges Süßungsmittel. Da es süßer ist als Honig, aber gleichzeitig deutlich flüssiger ist, lässt es sich sehr vielseitig anwenden. Der Geschmack ähnelt ein wenig Karamell, für jedes Gericht ist der Agavensirup also nicht unbedingt die erste Wahl. Zum Backen von Süßspeisen und dem Süßen von Tee ist er aber sehr gut geeignet.
Die Besonderheit dieser kleinen Wunderwaffe: Die süße stammt in erster Linie von der enthaltenen Fructose, Glucose ist nur in kleinen Mengen enthalten. Dadurch ist die glykämische Last (Einfluss auf den Blutzuckerspiegel) niedriger als bei allen anderen üblichen Süßungsmitteln.
Von einer übermäßigen Nutzung sollte jedoch trotzdem Abstand genommen werden, weil auch Fructose in großen Dosierungen schädlich sein kann, selbst ohne Fructose-Unverträglichkeit. Unterm Strich ist das Agavensirup aber trotzdem ein echtes Superfood, das sogar vegan ist!

Quellen:
http://bretschneider-personal-training.com/agavendicksaft/
http://de.wikipedia.org/wiki/Agavensirup

Falsches Superfood – Die schwarzen Schafe

Nicht alles, was unter dem Label Superfood verkauft wird, ist auch wirklich gesund. Oftmals werden nähstoffarme oder gar schädliche Produkte aus Profitgier als Wundermittel angepriesen. Damit sie nicht von Scharlatanen ausgenommen werden, haben wir hier eine Liste der größten Superfood-Lügen für sie zusammengestellt. Die Mittel in dieser Liste werden nicht nur übertrieben angepriesen, sondern sind als Nahrungsmittel im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu gebrauchen.

Platz 1 – Chlorella

Die Chlorella gehört zur Gattung der Süßwasseralgen und ist sehr weit verbreitet. Weite Bekanntheit erlangte sie beispielsweise durch die Forschung von Melvin Calvin, der seine Forschung zur Photosynthese an Chlorella-Algen durchführte. Eine Forschung, für die er 1961 den Nobelpreis erhielt. Dass die Alge gezielt kultiviert werden kann macht sie nicht nur für die Forschung und als Nahrungsmittel interessant, sondern macht sie auch zum idealen Inhaltsstoff für kosmetische Produkte.

Ein wirkliches Superfood sind Chlorella-Algen aber nicht. Die Algen enthalten keine relevanten Mengen an Nährstoffen und können im Gegenteil mit Stoffen wie Jod belastet sein, was sehr schnell zu einer Überdosierung führen kann. Aus diesem Grund wurde die Kennzeichnung von Chlorella als Superfood von den deutschen Überwachungsbehörden als irreführend eingestuft. Auch die Behauptung, dass Chlorophyll ein wertvoller Nährstoff für den Menschen sein soll, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage und ist nicht mehr als ein Werbe-Gag.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Chlorella

Platz 2 – Die Goji-Beere

Die Goji-Beere gilt in der traditionellen chinesischen Medizin als Jungbrunnen. Sie sollen den Alterungsprozess verlangsamen und für eine glatte, gesunde Haut sorgen. Aktuell wird sehr oft behauptet, dass diese Effekte auf die in den Goji-Beeren enthaltenen Antioxidantien zurückgehen. Diese Behauptung wird oft auch durch den Verweis auf einige wissenschaftliche Studien gestützt, hier ist allerdings Vorsicht geboten: Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat diese Studien bereits untersucht und festgestellt, dass die Methodik nicht ausreichend konklusiv war. Die genannten Studien sind demnach nicht beweiskräftig und damit obsolet.

Eine weitere unbelegte Behauptung: Goji-Beeren sollen angeblich gegen Krebs helfen. Hier handelt es sich um eine vollständig aus der Luft gegriffene Hypothese, für deren Richtigkeit es keinerlei Beweise gibt.

Zuletzt muss noch erwähnt werden, dass nach wie vor der Mythos umgeht, die Goji-Beere würde Hyoscyamin enthalten. Bei Hyoscyamin handelt es sich um ein Gift, dass auch in der Tollkirsche und dem Bilsenkraut vorkommt. Dieser Irrglaube geht auf eine einzelne Arbeit aus dem Jahr 1890 zurück, die bereits mehrfach widerlegt wurde. Ein gesundheitliches Risiko besteht also beim Konsum von Goji-Beeren nicht, solange sie in normalen Mengen gegessen werden. Wenn sie den Geschmack der Beere mögen, spricht also prinzipiell nichts gegen den Verzehr, aber ein Superfood finden sie hier definitiv nicht.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Bocksdorn

Platz 3 – Maulbeeren

Es gibt ganze zwölf verschiedene Arten von Maulbeeren, drei Stück davon sind in Europa von besonderer Relevanz: Die weiße Maulbeere, die Schwarze Maulbeere und die Rote Maulbeere. Die Bäume oder Sträucher werden bis zu 15 Meter hoch und lassen die reifen Früchte, die ungefähr die Form von Brombeeren haben, fallen.

Es wird oft behauptet, dass Maulbeeren bei der Krebsbehandlung unterstützend wirken können oder sie die Resistenz der Haut gegen UV-Strahlung stärken. Derartige Effekte konnten bisher aber noch nicht endgültig nachgewiesen werden. Für die unterstützende Wirkung in der Krebsbehandlung gibt es zwar einige Indizien, bis zum endgültigen Nachweis bleiben wir jedoch erst einmal skeptisch und verweigern den Maulbeeren die Einstufung als Superfood.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Maulbeeren

Platz 4 – Bambus-Salz

Bambus-Salz stammt klassischerweise aus Korea und wird aus Meersalz gewonnen. Während der Herstellung wird das Salz im Inneren von Bambusrohren ein- bis neunmal gebrannt, wodurch sich eine sehr feine Körnung ergibt, die beinahe schon an Puderzucker erinnert. Eine weitere Eigenschaft ist die basische Wirkung des Salzes, was in Zeiten übersäuerter Gerichte zwar nicht schlecht ist, aber auf jedes Meersalz zutrifft.

Abgesehen von einem durchaus interessanten Eigengeschmack gibt es nichts Besonderes am Bambus-Salz. Die weite Verbreitung der Mythen erklärt sich in erster Linie durch die sehr medienwirksame Herstellungsmethode und die Herkunft. Buddhistische Mönche, die in ihrem Kloster Salz in Bambusrohren trocknen, das ist ein Bild, das sich sehr gut verkaufen lässt.

Wenn sie ein interessantes neues Gewürz ausprobieren wollen, dann kann Bambus-Salz durchaus mal einen Blick wert sein. Ein Superfood ist es aber leider nicht.

Quelle:
http://www.berthold-brackel.de/essen-trinken/lebensmittel/salz/index.php

Platz 5 – Weizengras

Um Weizengras ranken sich diverse Gerüchte, am bekanntesten wohl der angeblich hohe Gehalt an Vitamin B12, der jedoch nicht mehr als ein Gerücht ist. Auch hier wird wieder einmal von einer vorbeugenden Wirkung gegen Krebs gesprochen, aber auch in diesem Fall handelt es sich dabei um leere Versprechungen.

In Weizengras, oft zu Weizengrassaft verarbeitet, sind zwar einige Vitamine  sowie Eisen, Zink und Kupfer enthalten, es hebt sich diesbezüglich aber nicht deutlich genug von anderen zum Verzehr geeigneten Pflanzen ab, um als Superfood durchzugehen.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Weizengrassaft

Platz 6 – Matcha Tee

Als Matcha bezeichnet man sehr fein gemahlenen Grüntee, der für die traditionelle japanische Teezeremonie verwendet wird.

Matcha Tee wird sehr oft als Schlankmacher beworben. Das enthaltene Epigallocatechingallat soll die Speicherung von Fett hemmen und für einen gesteigerten Energieverbrauch sorgen. Hierbei handelt es sich aber um letztlich leere Versprechungen, ein nennenswerter Effekt stellt sich nicht ein.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Matcha

Der ORAC-Wert – Was sagt er wirklich aus?

Bei Superfoods wird sehr oft mit einem hohen ORAC-Wert geworben, teilweise bricht sogar ein regelrechtes Rennen um ORAC-Bestwerte aus. Doch ist ein hoher Wert wirklich so erstrebenswert? Und was genau steckt eigentlich hinter dem ORAC-Wert? Diese Fragen wollen wir an dieser Stelle kurz und bündig klären.

ORAC steht für Oxygen Radical Absorbing Capacity, der ORAC-Wert gibt also an, wie schnell ein Lebensmittel freie Radikale neutralisieren kann. Dieser Wert wird aber im Labor im Reagenzglas gemessen, was sich nur unzureichend auf das Komplexe Umfeld im menschlichen Stoffwechsel übertragen lässt. Zum Beispiel kann ein übermäßiger Konsum von Lebensmitteln mit hohem ORAC-Wert die Aufnahme von Vitaminen behindern. Ernährungsexperten raten daher ausdrücklich vom Konsum entsprechender Extrakte ab. Auch Superfoods mit stark erhöhtem ORAC-Wert sollten nur in Maßen genossen werden.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Oxygen_Radical_Absorbance_Capacity

Raw Food – Superfood als Rohkost

Rohkost, oder Neudeutsch „Raw Food“, bezeichnet den Verzehr frischer, unerhitzter Lebensmittel. Rein lexikalisch schließt dies auch tierische Produkte ein, in der Umgangssprache sind aber meistens nur pflanzliche Produkte gemeint.
Für einige Lebensmittel wird entgegen der eigentlichen Philosophie eine Erhitzung zur Aufbereitung in Kauf genommen, die Zahl dieser Ausnahmen hält sich jedoch stark in Grenzen und bezieht sich primär auf Dinge wie kaltgepresste Öle und Trockenfrüchte/Trockenfleisch.

Die grundlegende Annahme hinter der Rohkost ist diese: Beim Erhitzen gehen temperaturempfindliche Stoffe wie Vitamin C verloren, was den Nährwert des Gerichtes senkt. Zusätzlich entstehen durch das Erhitzen Stoffe wie Acrylamid, die gesundheitsschädlich sein können und beim reinen Verzehr von Rohkost nicht aufgenommen werden.
Auf die Seite der Rohkost stellen sich auch manche Ernährungswissenschaftler, zum Beispiel Joel Fuhrmann und Gillian McKeith.
Der allgemeine Konsens hingegen ist, dass ein größerer Anteil an Rohkost in der eigenen Ernährung zwar gesund ist, eine dogmatische Einhaltung der Rohkostdiät aber nicht sinnvoll ist und im Falle von vegetarischer oder gar veganer Rohkost sogar Mangelerscheinungen begünstigt.
Was Vertreter einer reinen Rohkost-Ernährung oft missachten: Ungegarte Lebensmittel sind schlechter zu verdauen, wodurch die theoretisch in größerer Menge vorhandenen Nährstoffe gar nicht vom Körper aufgenommen werden können. (Man spricht hier von „Bioverfügbarkeit“) Es gibt zwar Ausnahmen, wie z.B. Vitamin C, das wirklich in Form von Rohkost besser aufgenommen werden kann, aber andere Nährstoffe wie etwa Vitamin A und Vitamin E sind nach einer Erhitzung deutlich besser aufnehmbar.
Auch die desinfizierende Wirkung beim Kochen sollte nicht unterschätzt werden. Wer ein abgelaufenes Lebensmittel in gekochtem Zustand zu sich nimmt, der wird aller Wahrscheinlichkeit keine größeren Probleme im Anschluss haben. Wer dasselbe mit Rohkost tut, kann sich auf ein paar sehr unangenehme Tage oder gar Wochen freuen.

Abschließend kann man sagen: Die Mischung macht’s. Rohkost ist gesund und wichtig, aber gekochte Nahrung genauso.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rohkost