Die Paysafecard

Was ist eine Paysafecard?

Mit den modernen Zahlungsmitteln ist das so ein Sache. Sie kommen und gehen recht schnell und man weiß als Nutzer nicht, ob man ihnen wirklich trauen kann. Die Paysafecard hält sich nun aber schon seit geraumer Zeit, was ist also dran und wie genau funktioniert es?
Vereinfacht gesprochen ist eine Paysafecard so ähnlich wie eine Prepaid-Karte fürs Handy, nur dass man damit in vielen Online-Shops bezahlen kann. Man erhält bei Kauf der Paysafecard einen Code, den man bei der Zahlung im Shop der Wahl hinterher angibt, woraufhin der Kaufpreis vom Guthaben der Karte abgebucht wird.
Das bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Man muss als Kunde weder seine Kreditkartennummer noch seine Kontonummer angeben.
  • Der Shop-Besitzer erhält sein Geld sofort. Dadurch kann die gekaufte Ware direkt an den Kunden versendet werden. Handelt es sich um digitale Ware, kann der Download direkt und ohne Verzögerung nach der Zahlung durchgeführt werden.
  • Durch den Prepaid-Charakter ist auch potentiell eine anonyme Zahlung möglich. (Was natürlich nicht in jedem Fall praktisch machbar ist)
  • Selbst im Falle eines Missbrauchs beschränkt sich der Schaden sogar im schlimmsten Fall auf das Guthaben, das auf der Paysafekarte lag.

Wenn ein Shop Bezahlung per Paysafecard anbietet, ist das also eine durchaus attraktive Option. Zumal durch den Anbieter keine weiteren Gebühren für die Zahlung fällig werden. Für 25 Euro bekommt man auch eine 25 Euro Paysafekarte. Doch wie macht Paysafe das? Womit verdienen die ihr Geld?

Von verlorenen Paysafecards und cleveren Business-Cases

Geld verdient Paysafe zumindest vordergründig über Abgaben, die die Shops zu leisten haben. Die Kosten für das Zahlungssystem werden also nicht auf den Kunden, sondern auf den Warenanbieter umgewälzt. Das ist eine sehr faire Geschäftspraxis, da letztlich alle Beteiligten profitieren. Der Kunde bekommt ein praktisches Zahlungsmittel, dessen Verwendung ihn nichts zusätzlich kostet, der Shop bekommt mehr Kunden durch eine bequeme Zahlungsoption und Paysafe bekommt bei jeder Transaktion ein bisschen Geld vom Shop.
Doch wirklich genial wird der Business-Case von Paysafe durch etwas anderes. Denn auch wenn Paysafecards nicht verfallen, erhebt Paysafe nach 12 Monaten eine kleine Bearbeitungsgebühr für Karten, auf denen noch Guthaben ist. Das heißt konkret: Nach 12 Monaten verringert sich das Guthaben um 2 Euro pro Monat, bis die Karte irgendwann leer ist. Für eine leere Karte fallen logischerweise keine Kosten mehr an. Über den Verlust des Guthabens auf der Karte hinaus kann also kein Schaden entstehen.
Warum gibt es diese Regelung? In erster Linie deshalb, weil Leute dazu neigen, ihre Paysafekarten zu verlieren. So ein Zettel ist halt auch schnell im Papierkorb gelandet. Und gerade wenn noch Restbeträge im Centbereich übrig sind, wird der Zettel mit dem PIN oft in einer Tasche oder Schublade verstaut und vergessen. Um diese Restbeträge nicht verkommen zu lassen, hat Paysafe die oben angesprochene Regelung etabliert.
Man hofft also auf die Schusseligkeit des Nutzers, um ein bisschen was extra zu verdienen und bietet aber gleichzeitig ein absolut faires System kostenlos an.

Wohin mit Restbeträgen?

Da mag man sich fragen: Was kann ich denn mit Restbeträgen überhaupt anfangen? Eine ganze Menge! Denn bei der Bezahlung lassen sich mehrere Paysafekarten kombinieren. Am besten lässt sich das an einem Beispiel erklären:
Herr Mustermann hat 2 Paysafekarten. Eine enthält einen Restbetrag von 5 Euro, die andere einen Betrag von 20 Euro. Wenn er nun in einem Online-Shop einkaufen geht und bei der Bezahlung die PIN beider Paysafekarten angibt, dann kann er Waren im Gegenwert von insgesamt 25 Euro erstehen.
Es lohnt sich also definitiv, Paysafekarten mit Restbeträgen gut aufzuheben. Alternativ kann auch die Nutzung von mypaysafecard Abhilfe schaffen, das würde aber an dieser Stelle zu weit führen.

Unterm Strich ist der Name in diesem Fall wirklich mal passend. Paysafecards sind eine sichere Angelegenheit und noch dazu sehr praktisch. Man muss nur die eigene Schusseligkeit etwas unter Kontrolle halten und darf die Zettel mit den PINs nicht verschlampen.

Der Service „my paysafecard“

Warum my paysafecard praktisch ist

Es gibt bei der Benutzung von Paysafecards in erster Linie ein großes Problem: Was tun mit übrig gebliebenen Cent-Beträgen? Wenn man mit seiner 25 Euro Paysafekarte einen Warenkorb im Gegenwert von 24,79 Euro bezahlt hat, dann verbleiben 21 Cent als Restbetrag auf der Karte. Das ist zwar nicht viel, aber doch zu schade zum Wegwerfen. Da man bei einer Zahlung mit Paysafe auch mehrere Codes eingeben kann, könnte man die Kennziffern der fast leeren Karte einfach notieren und beim nächsten Einkauf nutzen. Aber wir wissen alle, dass Notizzettel schnell und gerne verloren gehen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Paysafe-Karte mit dem Restbetrag also längst verloren oder vergessen worden, sobald sie wieder genutzt werden könnte.

Genau dieses Problem lässt sich mit my paysafecard lösen.

Was genau my paysafecard macht

Der Service „my paysafecard“ macht die Verwaltung Ihrer einzelnen Paysafekarten deutlich einfacher. Denn statt alle Karten mit Restbeträgen aufheben zu müssen, können Sie hier einfach zentral das Guthaben aller Paysafes bündeln. Damit geht nie wieder Restgeld verloren und die störende Zettelwirtschaft fällt ebenfalls weg. Das Beste: Der Dienst ist für sie kostenlos.

Auch ganz praktisch, wenn man den Überblick behalten möchte: Alle Transaktionen werden festgehalten und können nachgeschlagen werden. Das Interface bietet dabei auch einen komfortablen Weg, nur Transaktionen aus einem bestimmten Zeitfenster anzuzeigen.

Zusätzlich hierzu gibt es noch ein kleines Bonusprogramm. Mit jeder Aufladung sammeln sie PLUS Points, die im Shop eingetauscht werden können. Zur Wahl stehen dort Rabatte für verschiedene Online-Shops und Spiele. Neben Steam- und Origin-Rabatten gibt es auch Preisnachlässe für League of Legends, Bigpoint und Andere im Sortiment. Selbst ein allgemeiner Rabatt auf den nächsten Einkauf mit Paysafe ist verfügbar.
Mit der Zeit schalten Sie jedoch noch weitere Angebote im PLUS-Shop frei, womit wir bei den Level-Points angekommen wären. Diese sammelt man ebenfalls durch den Erwerb von Paysafekarten (oder alternativ auch durch das Werben von Kunden). Hat man genug Level-Points gesammelt, steigt man um eine Stufe auf und vergrößert damit den Pool von Angeboten im PLUS-Shop. Auch die verdienten PLUS-Points pro Euro steigen mit jedem Level an. Wer es bis Level 3 schafft, der bekommt sogar Bonus-PINs für seine Treue. Das klingt ja soweit gar nicht schlecht.
Einen Pferdefuß hat die Sache jedoch: Es werden immer nur die Aktivitäten der letzten 60 Tage berücksichtigt. Wer also ein hohes Level erreicht hat, der behält dieses nur, wenn er auch weiterhin aktiv my paysafecard nutzt. Damit reiht sich dieses Bonusprogramm in der Kategorie „Nett, aber nicht weltbewegend“ ein.

Doch hat my paysafecard denn handfeste Nachteile? Das kommt darauf an, wofür bzw. wie Sie es nutzen. Wenn Sie nur eine bequeme Möglichkeit zur Online-Bezahlung möchten, dann ist my paysafecard hervorragend für Sie geeignet und bringt keinerlei Nachteile mit sich. Wenn Sie jedoch die Anonymität an Paysafecards schätzen, dann ist dieser Dienst leider komplett ungeeignet für Sie. Denn eine Verifizierung über Postident oder verify-u erstickt jegliche Anonymität im Keim.

Unser persönlicher Tipp: Nutzen Sie my paysafecard, wenn sie die Zahlungen Ihres Kindes im Internet im Auge behalten wollen. Sie können dem Nachwuchs hier ein festes monatliches Budget für die digitale Welt mitgeben, das er wegen des Prepaid-Modells nicht überschreiten kann. Zusätzlich haben Sie über die Transaktionsliste immer eine Möglichkeit zu kontrollieren, für was er das Geld ausgibt.

my paysafecard einrichten: So geht es!

Wenn Sie Ihr persönliches my paysafecard-Konto einrichten wollen, dann gehen Sie vor wie folgt:

  1. Rufen Sie die offizielle Paysafe-Webseite auf.
  2. Klicken Sie oben rechts auf den Button „my paysafecard login“. Dieser befindet sich oben rechts in der Ecke und ist blau, entsprechend sollte er recht gut zu sehen sein.

    Die paysafecard - my paysafecard einrichten - Schritt 1

  3. Suchen Sie in der Mitte der nun geladenen Seite die Schaltfläche „Jetzt registrieren“ und klicken Sie darauf.

    Die paysafecard - my paysafecard einrichten - Schritt 2

  4. Füllen Sie nun in der Eingabemaske alle Pflichtfelder aus. Die beiden untersten Checkboxen können dabei ignoriert werden, sofern Sie keine Werbemails wünschen.

    Die paysafecard - my paysafecard einrichten - Schritt 3

  5. Sie bekommen nun Gelegenheit, die angegebenen Daten noch einmal zu kontrollieren. Wenn alles stimmt, akzeptieren Sie mit einem Klick die AGB und klicken dann „Jetzt registrieren“.

    Die paysafecard - my paysafecard einrichten - Schritt 4

  6. Sie sollten nun eine SMS erhalten haben, in der Ihr Freischaltcode vermerkt ist. Geben Sie diesen in das dafür vorgesehene Textfeld ein und klicken Sie auf „Bestätigen“.

    Die paysafecard - my paysafecard einrichten - Schritt 5

  7. Checken Sie den Posteingang der angegebenen E-Mail-Adresse und klicken Sie den Bestätigungslink. (Checken Sie ggf. den Ordner „Spamverdacht“, falls Sie keine derartige Mail finden.)
  8. Zuletzt müssen Sie nun noch Ihre Identität bestätigen. Dafür stehen zwei Methoden zur Auswahl:
    1. Klassisches Post-Ident-Verfahren
      Drucken Sie das vorbereitete Formular aus und suchen Sie mit einem gültigen Lichtbildausweis die nächste Postfiliale auf.
    2. Face-2-Face
      Für diese Methode müssen Sie eine funktionierende Webcam besitzen und Ihren Personalausweis und Ihr Handy griffbereit haben. Wir können nach unserem Test an dieser Stelle die folgende Empfehlung aussprechen: Setzen Sie sich nach Erhalt der ersten Bestätigungsmail von verify-u mit dem Kundendienst des Anbieters in Verbindung und bitten Sie um eine Verifizierung per Skype. Es gibt zwar auch einen Videochat im Browser, der angeboten wird, mit diesem haben wir allerdings schlechte Erfahrungen gemacht. (Mehr dazu weiter unten)
  9. Nach der Bestätigung haben Sie nun vollen Zugriff auf my paysafecard. Wir wünschen viel Vergnügen.

Probleme mit der Face-2-Face Verifizierung über verify-u

Wie weiter oben bereits angedeutet, stießen wir bei der Online-Verifizierung auf ein paar Probleme. Der Fairness halber möchten wir zunächst einmal voranstellen, dass der Kundenservice von verify-u recht schnell reagierte und sich das Problem letztlich zwar nicht lösen, aber umgehen ließ. Trotzdem müssen wir ein paar Kritikpunkte vorbringen und unsere Erfahrungen festhalten.

Das erste Problem, auf das wir stießen: Es wird im Informationstext zwar erwähnt, dass eine Authentifizierung per Skype oder anderer Videochat-Software möglich ist, aber es gab keine Möglichkeit, diese in der Eingabemaske als gewünschte Methode auszuwählen. Da jedoch ein hauseigener Videochat direkt im Browser angeboten wurde, versuchten wir damit unser Glück. Und beim Versuch ist es auch geblieben. Denn unser Mikrofon wurde hier partout nicht erkannt. Um Fehler auf unserer Seite auszuschließen, testeten wir das Mikrofon direkt im Anschluss über Skype, wo es einwandfrei funktionierte. Auch ein Test über die Einstellungen des Flash-Plugins (Rechtsklick auf ein Flash-Elemente->Einstellungen->Mikrofon-Reiter) zeigte eindeutig einen Ausschlag im Audiopegel, sobald ins Mikrofon gesprochen wurde. Nach mehreren gescheiterten Versuchen testeten wir sogar während des stumm bleibenden Videochats mit verify-u zeitgleich in einem anderen Tab auf einer anderen Webseite das Mikrofon. Siehe da, auf der anderen Webseite funktionierte es tadellos, aber auf verify-u blieb es stumm. Warum, da können wir nur spekulieren. Ein grundsätzliches NoGo, das uns ebenfalls an dieser Stelle auffiel: Man konnte im Videochat von verify-u den Audio-Input nicht manuell auswählen. Dies könnte auch der Grund für unsere Probleme sein. Denn wenn der Chat automatisch eine falsche Audioquelle einstellt, kann natürlich auch nichts ankommen.
Um weitere Fehlerquellen auszuschließen, testeten wir den Videochat schließlich noch mit einem anderen Browser. Aber nicht nur in Firefox, auch in Chrome trat der Bug auf. In Anbetracht der Tatsache, dass der Ton zwingend für den Prozess erforderlich ist, eine sehr ärgerliche Sache.

Eine weitere Kleinigkeit, die uns während dieser Tests zur Verzweiflung trieb: Ein versehentlich falsch eingetragener Wert bei den personenbezogenen Daten ließ sich nicht dauerhaft ändern. Wir mussten also bei jedem neuen Anlauf zum Videochat die Daten erneut korrigieren.

Nachdem wir nun also sichergestellt hatten, dass unser Mikrofon definitiv funktioniert und der Fehler höchstwahrscheinlich nicht auf unserer Seite zu suchen war, kontaktierten wir den Kundendienst und fragten nach der Möglichkeit, uns per Skype zu verifizieren. Unsere Probleme mit dem Videochat schilderten wir ebenfalls.
Innerhalb weniger Stunden erfolgte die Antwort und wir konnten die Verifizierung noch am selben Tag über Skype abwickeln. Für die Hinweise bezüglich des Videochats bedankte man sich, ob der Sache wirklich nachgegangen wird, kann man von außen natürlich nicht beurteilen. Die Reaktionszeit des Kundenservices und die schnelle Lösung des Problems (wenn auch auf einem kleinen Umweg), halten wir aber für vorbildlich. Genau so sieht guter Support aus.

Kann man die face-2-face Verifizierung von verify-u also empfehlen? Bedingt kann man das. Wenn man nach der ersten Bestätigungsmail den Support direkt um eine Abwicklung per Skype bittet, sollte die Sache sehr schnell und problemlos über die Bühne gehen und man spart mehrere Tage Zeit gegenüber dem Postident-Verfahren. Aber es wäre sehr praktisch, wenn man für eine Kontaktaufnahme per Skype nicht erst den Support anschreiben müsste. Das ist dann letztlich auch unsere Empfehlung an verify-u: Bietet dem Nutzer direkt in der Eingabemaske an, seine Skype-Kontaktdaten zu hinterlegen. Das spart alle Beteiligten Zeit und Nerven.

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